Helena Berger arbeitet bei der Kampagne echt.sein – und ermutigt andere Christinnen und Christen, natürlich über ihren Glauben zu sprechen. Doch auch sie kennt dieses mulmige Gefühl, wenn es plötzlich konkret wird.
Ich sitze im Zug. Eine ältere Dame setzt sich mir gegenüber und beginnt mit mir zu plaudern. Innerlich verdrehe ich die Augen. Ich hab eigentlich keinen Bock auf ein Smalltalk-Gespräch…
Doch schnell stellt sich heraus, dass sie eine angenehme Gesprächspartnerin ist. Wir reden darüber, wohin wir fahren. Sie fragt mich, was ich in Wels mache. Ich erzähle ihr, dass ich in ein Studio fahre, um Videos für eine Medienkampagne zu drehen – und versuche dabei, möglichst oberflächlich zu bleiben. Die Details wären mir peinlich.
Damit gibt sie sich aber nicht zufrieden. Sie fragt nach, was für Videos genau. Sofort steigt Unsicherheit in mir auf. Was wird sie von mir denken? „Wie? Ihr macht Videos, um Christen zu ermutigen, über ihren Glauben zu sprechen? Wie komisch!“
Trotzdem nehme ich mir die Vision ebendieser Medienkampagne zu Herzen und sage ihr genau das. Zu meiner Erleichterung reagiert sie überhaupt nicht abschreckend. Im Gegenteil: Sie hört interessiert zu und wiederholt am Ende den Namen der Kampagne – „echt sein“ – um ihn später zu googlen.
Als das Thema abgeschlossen ist, sagt sie plötzlich: „Weißt du, wovon ich begeistert bin?“ Daraufhin darf ich mir einen längeren Vortrag über ein Kartenspiel anhören, zu dessen Strategie sie sogar Bücher liest.
Ich muss schmunzeln. Genau darum geht‘s: Wir erzählen einander, wovon wir begeistert sind. Egal, ob es so banale Sachen sind wie ein Kartenspiel – oder der Glaube an Gott.
Ich war von diesem Erlebnis selbst ganz überrascht. Touché, ich mache bei der echt.sein-Kampagne mit, weil wir Christen ermutigen wollen, ihre ganz eigene Art zu finden, natürlich von ihrem Glauben zu erzählen – und ich diese Ermutigung selber brauche! Nicht, weil ich meine Art schon gefunden hätte.
Jesus trägt seinen Nachfolgern auf, in die Welt hinauszugehen und das Evangelium zu verkünden. Das heißt, als Christ sollte man von seinem Glauben erzählen. Und doch sind viele unsicher, trauen sich nicht oder haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie bei einer Straßenevangelisation nicht mitmachen. Ich rede hier besonders von mir.
Was ich erst durch echt.sein verstanden habe: Nicht jeder muss auf die gleiche Weise „evangelisieren“. Wenn Jesus jedem Gläubigen einen Auftrag gibt, wird er auch jeden für den Auftrag ausstatten. Mit individuellen Fähigkeiten. Weil jeder Mensch anders ist. Lass uns also weggehen von dem schlechten Gewissen und den Scham-Gefühlen, wir wären schlechte Christen, weil wir uns nicht trauen etc.!
Wen Gott beruft, den befähigt er auch. Und jeder darf seinen individuellen Stil finden. Natürlich kostet der erste Schritt immer Überwindung. Aber er muss nicht deinem eigenen Charakter widersprechen.
Evangelisation muss nicht laut oder spektakulär sein. Oft sind es ehrliche Fragen, offenes Zuhören oder ein persönliches Zeugnis, was Interesse beim Gegenüber wecken. Und dazu wollen wir ermutigen: auf natürliche Weise über den Glauben an Jesus Christus ins Gespräch zu kommen – in der Familie, im Beruf, in der Nachbarschaft oder im Freundeskreis.
Und wer nicht so eine Gelegenheit hat wie ich, über den Glauben zu reden – für den produzieren wir Videos: Sie greifen Themen auf, die viele Menschen bewegen. Und sie helfen dabei, ganz natürlich ein Gespräch über den Glauben zu beginnen. Also teile gerne die Clips mit den Menschen in eurem Umfeld, mit denen ihr ins Gespräch kommen wollt!
Zu den Videos: https://www.echtsein.live/videos/
Von Helena Berger,
Öffentlichkeitsarbeit echt.sein
Evangelisation ist nicht schwierig - erhaltet regelmäßig Ideen und Inspiration, die euch beim Glauben säen unterstützen!