Arno Backhaus

Evangelistische Straßenaktionen: Mit Humor geht es leichter

Mit fremden Menschen unverkrampft über den Glauben ins Gespräch kommen? Vielen Christinnen und Christen fällt das eher schwer. Häufig fehlt ein guter Gesprächseinstieg oder zu groß ist die Angst vor negativen Reaktionen. Arno Backhaus zeigt, wie es funktionieren kann: Mit Humor.

Arno Backhaus ist seit über 40 Jahren im gesamten deutschsprachigen Raum unterwegs mit Konzerten, Eheseminaren, ADHS-Seminaren, Straßenaktionen, Kinderveranstaltungen und diversen Vorträgen. Mal humorvoll, mal ernst, ab und zu todernst. Mit über 4.000 Konzerten gehört der studierte Solzialarbeiter mit zu den bekanntesten christlichen Liedermachern in Deutschland.

Als "Missio-Narr" hat Arno Backhaus schon viele evangelistische Straßenaktionen durchgeführt. Wir stellen euch drei Ideen vor, die ihr ohne viel Aufwand alleine oder als Gruppe durchführen könnt.

 

Ich bin ein höheres Wesen

Material: Eine kleine Trittleiter oder ein Stuhl, ein Plakat mit der Aufschrift "Ich bin ein höheres Wesen"

Ihr stellt euch an einem belebten Ort auf die Trittleiter oder den Stuhl und habt das Plakat gut leserlich umhängen. Am Anfang fühlt sich das eventuell etwas merkwürdig an, so zumindest die Erfahrung von Arno Backhaus, denn durch die Höhe empfindet man sich selbst etwas überheblich. Doch diese leichte Provokation weckt das Interesse der Passantinnen und Passanten und erste Gesprächde entwickeln sich.

Arno Backhaus Erfahrungsbericht:

„Was wollen Sie mit der Aktion bezwecken?” - „Ich möchte mit Leuten ins Gespräch kommen." - „Worüber?" - „Über das Thema Überheblichkeit und darüber, was ein höheres Wesen ist." - „Das verstehe ich nicht."

„Schauen Sie doch mal, was ich hier symbolisch mache: Ich überhebe mich, bin überheblich. Wir
sind doch alle mehr oder weniger höhere Wesen. Diese Einstellung fühlt und lernt doch jeder tagtäglich in allen möglichen Bereichen. Im Kinderzimmer fängt das an, geht weiter im Kindergarten, in der Schule, an der Uni und im Berufsleben.

Mir wird beigebracht, dass ich mich überheben muss, um vorwärts- und weiterzukommen. Ich muss besser und schneller sein als mein Konkurrent, mich immer nach oben orientieren und die Konkurrenz ausschalten. Ich will immer nach oben, in eine Richtung, in der es mir scheinbar besser geht. Wer das meiste Geld oder die größte Macht hat, wer die meisten Waffen besitzt, die bessere Schulausbildung genossen hat, und wer intelligenter und einflussreicher ist, der spielt sich den anderen gegenüber als höheres Wesen auf."

„Ja, da haben Sie eigentlich recht, aber worauf wollen Sie denn nun hinaus?”

„Erstmal muss ich mir dieser Tatsache bewusstwerden und mich diesem Trend zur Überheblichkeit stellen. Das steckt tief in jedem Menschen drin, und auch der Stolz spielt dabei eine ganz große Rolle.

Wissen Sie, ich verstehe mich als Christ und möchte von Gott lernen, immer wieder von meinem hohen Ross herunterzukommen. Gott ist ja ein höheres Wesen, aber er ist kein höheres Wesen geblieben. Er ist die Leiter herabgestiegen und hat sich auf eine Ebene mit uns gestellt, indem er Mensch wurde. Das ist eigentlich etwas total Verrücktes. Gott hatte es nicht nötig, sich auf unsere Ebene zu begeben. Es hat ihn keiner gezwungen. Er ist Mensch geworden, weil er uns retten wollte. Das zeigt seine außerordentliche Liebe.

Gott ist nicht überheblich, und er lässt uns nicht kaputtgehen, sondern lässt sich auf uns ein. Er stellt sich sogar noch unter uns, indem er uns durch Jesus Christus dient. Gott bedient uns, und wir sind die Beschenkten.

Dieser Gedanke ist eigentlich so absurd, dass ich, wenn ich das richtig verstehen lerne, selbst beginne, anderen Menschen zu dienen. Ich fange an, sie zu bedienen, indem ich zum Beispiel den Kindern von Asylanten Deutsch beibringe, alte Menschen pflege, Behinderte ausfahre, mit ihnen spreche, ihnen etwas vorlese oder sonst etwas tue. Damit stelle ich mich dem Leid und solidarisiere mich mit den Aussätzigen unserer Gesellschaft. Dann bin ich kein höheres Wesen mehr.”

 

ICH BIN GOTTes Ebenbild

Material: Ein Plakat mit der Aufschrift "ICH BIN GOTTes Ebenbild", wobei "ICH BIN GOTT" deutlich größer geschrieben ist und "es Ebenbild" eher klein.

Ihr stellt euch mit dem Plakat an einen belebten Ort. Da "Ich bin Gott" von weitem schon zu lesen ist, wirkt das Plakat auf den ersten Blick ziemlich provokativ und sorgt bei den Passantinnen oder Passanten dafür, dass sie euch vielleicht kritisch hinterfragen.

Arno Backhaus Erfahrungsbericht:

„Sie sind aber ganz schon überheblich!“ - „Warum?“ - „Ja, wenn sie von sich behaupten, dass sie Gott seien.“ - „Haben sie denn auch das ganze Schild gelesen?“ - „Wie meinen sie das?“

„Ja, lesen sie doch alles, was auf dem Schild steht, also auch die kleinen Buchstaben, vielleicht kommt dann ein ganz anderer Sinn dabei heraus: „Ich bin Gottes Ebenbild“.

„Ach so…, warum schreiben sie das denn nicht gleich groß?“ - “Ich möchte halt mit Passanten darüber reden“ - „Worüber?“

„Dass wir alle in der Gefahr stehen, z.B. Menschen von Weitem zu be- oder verurteilen. Wir sehen Menschen von Weitem und wissen scheinbar, was sie denken. Wir erleben Menschen nur kurz und können sie gleich einsortieren. Wir orientieren uns am Outfit, am Beruf, an anderen Äußerlichkeiten und schon haben wir Menschen abgestempelt und in Schubladen eingepackt.

Und wenn wir Glück haben, erleben wir Menschen auch mal ganz nah und stellen dann fest, dass sie doch nicht so komisch oder eng sind, wie sie vielleicht auf den ersten Blick wirken. Oder auch andersrum, dass sie viel kaputter sind, als sie auf den ersten Schein wirken.

Übrigens, das gleiche Spiel spielen wir ja auch mit Gott. Wir bilden uns eine Meinung über Gott von Weitem, vom Hören Sagen Anderer. Wir beurteilen Gott, die Bibel, die Kirchen, die Christen von Weitem, und scheinen dann ganz genau zu wissen, was da gespielt wird. Und die, die den Mut haben, ganz genau hinzusehen, „ganz nah an Jesus heranzugehen“, stellen plötzlich fest, dass es bei Jesus nicht um Macht, Geld und Unterdrückung geht, sondern um Barmherzigkeit, Liebe und Freundlichkeit. Dafür muss ich aber ganz nah rangehen an sein Herz…“

 

Ich wurde reich beschenkt, nimm dir was raus

Material: Eine Schale mit etwas Kleingeld und ein Plakat mit der Aufschrift "Ich wurde reich beschenkt, nimm dir was raus"

Ihr setzt euch in eine Fußgängerzone und habt das Schild und die Schale vor euch stehen. Auf den ersten Blick erinnert ihr bei diesem Setting an einen Bettler oder eine Bettlerin, die um Geld bitten. Doch der Text auf dem Schild irritiert...

Arno Backhaus Erfahrungsbericht:

Die Fußgängerzonen sind ein typisches Abbild unserer Gesellschaft. Jeder Laden will das Geld und Interesse des Kunden. Und diese Ausrichtung, was kann der andere mir bieten, was bekomme ich, wie bekomme ich mehr, usw. findet natürlich auch in zwischenmenschlichen Beziehungen statt, in Ehe, Familie, Beruf, Freizeit, Alltag. Man nennt diesen Lebensstil "Egomanie". Ich, meiner mich - diese drei erhalte mir.

Ich sage den Leuten, mit denen ich in dieser Situatuation ins Gespräch komme, dass ich von Gott beschenkt werde mit Zeit, Kraft Begabungen, Liebe, usw. Ich möchte immer mehr lernen, nicht zu fragen, was bekomme ich, was habe ich davon, wo kann ich noch mehr bekommen.  Sondern ich frage mich, wo kann ich meine Zeit teilen mit Menschen, die Zeit brauchen, mein Geld teilen mit Menschen denen ich finanziell helfen kann, wo kann ich Kraft und Liebe an andere abgeben, die vielleicht meine Kraft brauchen.

Mein Auftrag ist, die Gaben Gottes in andere Menschen zu investieren, nicht nur zu fragen, was habe ich von den anderen, sondern was kann ich geben, verschenken, wo werde ich gebraucht.

Gott hat sich in uns investiert, hat sich verschenkt an uns. Von ihm können wir viel lernen, was den Umgang miteinander betrifft. Aus Dankbarkeit was Gott Gutes für mich hat, möchte ich immer mehr lernen abzugeben, dem der es nötig hat, Zeit zu verschenken, an den der dringenden Zeit braucht, Kraft zu verschenken, an den dem ich mit meiner Kraft helfen kann. Das nennt man Empathie, vom anderen denken, für den anderen denken, sich in andere hineinzuführen und zu denk. In ihre Bedürftigkeit und Sehnsucht.

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