Kürbis und Kerze leuchten zu All Hallow's Eve Reformationsfest

All Hallow's Eve: Zwischen Kürbis und Kirchenbank

Am 31. Oktober gehören Kostüme und Süßigkeiten für viele Familien selbstverständlich dazu. Dem Grusel selbst können wir als Christinnen und Christen oft wenig abgewinnen. Immer mehr Gemeinden antworten darauf mit eigenen, einladenden Angeboten, so auch in Jena-Lobeda. Unter dem Titel „All Hallow's Eve“ feiert die Gemeinde dort das Reformationsfest mit Angeboten, die Kinder und Eltern gern annehmen.

Seit einigen Jahren bietet die Gemeinde am 31. Oktober ein vielseitiges Programm an: Für Kinder und Jugendliche gibt es Spielangebote, Lagerfeuer, Stockbrot und mehr. Das Fest wird bunt und fröhlich gestaltet: Denn Menschen kommen zu Veranstaltungen, die ihnen Freude machen. Die Gemeinde will gleichzeitig aktiv Menschen erreichen, die an diesem Tag suchend herumlaufen und von den vielen Angeboten, die zu laut und zu viel sind, Abstand und Ruhe finden wollen. Dafür bietet die Gemeinde Kirchenführungen, kleine Snacks und Raum für Gespräche an.

Und der Einsatz zahlt sich aus: Für diese Idee hat die Gemeinde 2025 einen Stiftungspreis erhalten. Dass ein solches Projekt Anerkennung findet, macht Mut: Ein Abend, an dem Kinder und Eltern gern kommen, kann viel bewegen.

Warum das Konzept funktioniert

Menschen kommen zu Festen, die ihnen Freude machen. Gerade Familien suchen für ihre Kinder ein Programm, das sie gut finden und in dem sie sich willkommen fühlen. Wenn Kinder sich wohlfühlen, fühlen sich oft auch die Eltern wohl. Und dann entstehen Gespräche, die sich nicht erzwingen lassen, aber dann einfach passieren.

Ein solcher Nachmittag hat drei Stärken:

  • Er ist niedrigschwellig. Man muss nicht zu einem Gottesdienst kommen, um dabei zu sein.
  • Er ist sinnlich. Feuer, Essen, Musik und Spiel schaffen eine entspannte Atmosphäre.
  • Er erzählt vom Glauben, ohne zu predigen. Die Botschaft steckt im Rahmen, im Dank und in der Gemeinschaft.

Was ihr davon mitnehmen könnt

Ihr müsst nicht in Jena wohnen, um von dieser Idee zu profitieren. Viele Elemente lassen sich in eurer eigenen Gemeinde umsetzen:

  • Ein Familienfest rund um den 31. Oktober planen. Stockbrot am Lagerfeuer, Kinderschminken oder eine kleine Bastelecke brauchen wenig Vorbereitung und begeistern schnell.
  • Die Kirche öffnen. Eine Führung durch das Gebäude, vielleicht mit einem Blick auf die Orgel, nimmt Berührungsängste. Viele Menschen kennen Kirchen nur von außen.
  • Gemeinsam essen. Ein Abendessen am Tisch schafft mehr Nähe als jede Programmfolie.
  • Die Einladung persönlich machen. Sprecht Eltern aus dem Kindergarten, der Schule oder der Nachbarschaft direkt an. Eine persönliche Einladung wirkt oft stärker als ein Flyer.
  • Ein offenes Angebot für Gespräche schaffen. Eine Ecke mit Tee und Stühlen, in der man sich ungezwungen unterhalten kann, öffnet Türen.

Im Gebet begleiten

Vor allem aber lebt ein solcher Tag davon, dass Menschen sich einbringen. Ob beim Grillen, beim Schminken oder beim Zuhören: Jede Aufgabe zählt. Betet vorher für die Familien, die kommen, und für die Gespräche, die entstehen können. Gott hat ein Auge für Begegnungen, die wir planen, und für solche, die wir gar nicht erwarten.

Der Reformationstag erinnert daran, dass Glaube nicht hinter Kirchenmauern gehört, sondern mitten in die Lebenswelt der Menschen. Vielleicht ist genau dieser Abend ein Anfang, an dem jemand zum ersten Mal hört, dass Gott ihn sieht und liebt.

Was passt zu euch und eurer Gemeinde? Probiert es aus!

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